KEAB Ehrenamt u. Breitensportbeauftragter

 

 

 

 

 

 

 

Stefan Schmitt  Tel:09544/4677


KEAB Stefan Schmitt
Im Einsatz für das Ehrenamt im Kreis
von Markus Schütz
Stefan Schmitt ist nicht nur seit 28 Jahren Schiedsrichter mit Leib und Seele - er ist seit Beginn des Jahres 2015 auch der Kreisehrenamtsbeauftragte im Spielkreis 1, Bamberg/Bayreuth-Kulmbach. Und ist damit zuständig für etwa 225 Vereine. Wir nahmen den 53-Jährigen aus Baunach und seinen langjährigen Einsatz für den Amateurfußball - in verschiedensten Funktionen - ein wenig näher unter die Lupe!
Stefan Schmitt ist seit Anfang 2015 der Kreisehren-
amtsbeauftragte im Spielkreis 1.
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Bereits mit Anfang Zwanzig war für Stefan Schmitt aufgrund einer Knieverletzung die aktive Karriere als Fußballer beendet. Dabei fing er relativ spät, zur A-Jugend, bei seinem Heimatverein 1. FC Baunach an und spielte später in der zweiten und dritten Mannschaft. "Ich konnte gut schießen - aber mit dem Laufen hatte ich es nicht so...!", gibt Stefan Schmitt augenzwinkernd zu. Nicht nur seinem Verein, sondern auch dem Fußball blieb der Industriemeister aber auch nach seinem frühen, verletzungsbedingten Aus erhalten: "Ich bin jetzt seit etwa 28 Jahren Schiedsrichter und habe weit über 1200 Einsätze hinter mir!", so der Vater eines Sohnes, dessen Höhepunkte die acht Jahre waren, in denen er für die Bezirksliga qualifiziert war. "Das Pfeifen macht mir nach wie vor großen Spaß, unabhängig vom Spiel: Ich nehme ein D-Juniorenspiel genauso ernst wie ein Spiel in einer Kreisliga!", erklärt er, dass er sich "als Schiedsrichter immer als Partner der beiden Mannschaften" sieht. Weitere Highlights als Schiedsrichter waren die Jahre als Assistent unter Reinhard Lorenz, bis hoch in die Landesliga, "als es immer sehr lange dritte Halbzeiten gab!", erinnert sich Stefan Schmitt gerne und mit einem Grinsen. "Legendär waren zu dieser Zeit nach Spielen in Ostoberfranken die Abstecher zum leider kürzlich verstorbenen Wirt Otto Hübner nach Steinfeld!" Noch heute ist er im Dienst an der Pfeife tätig und auch heute noch gilt: "Es ist für mich noch immer üblich, nach dem Spiel ins Sportheim einzukehren und bei einem Getränk den einen oder anderen Plausch zu halten." Egal, in welcher Altersklasse oder in welcher Liga Stefan Schmitt als Schiedsrichter unterwegs war, eines steht für ihn fest: "Insgesamt hat mir die Schiedsrichterei in meiner Persönlichkeitsentwicklung sehr viel gebracht." 

Stefan Schmitt pfeift für die Schiedsrichter-Gruppe Coburg-Ebern, obwohl bzw. weil er aus Baunach kommt... "Grundsätzlich war es früher so, dass die Baunacher Schiedsrichter nach Ebern gingen. Auch nach der Spielkreisreform, die in etwa zu der Zeit war, als ich in die Bezirksliga aufstieg, blieb ich der Gruppe treu!", erklärt Schmitt, dass er sich damals bereits zu verwachsen fühlte, um nach Bamberg zu wechseln. Außerdem besuchte er früher die Realschule in Ebern, machte dort auch seine Ausbildung und hatte dort also viele Freunde und Bekannte. 

Seit fast 30 Jahren pfeift der Baunacher Stefan Schmitt nun für die Schiedsrichtergruppe Coburg-Ebern.
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Vereinsnadeln und "Ein-Mann-Autokorso"

Beim Besuch bei Stefan Schmitt in Baunach, liegt gerade ein Sammelalbum offen auf dem Tisch... Der 53-Jährige zeigt seine neueste Erwerbung: Eine Vereins-Anstecknadel! "Ich habe mir vorgenommen, von jedem Verein, bei dem ich gepfiffen oder gewunken habe, eine Anstecknadel zu besorgen und zu sammeln!" Und das Album wird immer voller: Über 1200 Spiele sind es mittlerweile, die er geleitet hat, sein 1000. Spiel am 31.08.2012 in der Kreisliga Kronach, war übrigens zufällig ein anpfiff-Videospiel. Ob Stefan Schmitt auch vom VfB Stuttgart eine Vereinsnadel hat, wissen wir nicht. Den hat er zwar noch nicht gepfiffen, aber den Schwaben gehört sein Fußballherz - in guten wie in schlechten Zeiten, wie er sagt. "Das ging so um 1978 los... mit den Förster-Brüdern, Hansi Müller und so weiter. Der VfB hatte eine junge Mannschaft, die einfach einen erfrischenden Fußball spielte!", erinnert er sich an die Anfänge einer großen Liebe, die mit dem "Magischen Dreieck" um Balakov, Elber und Bobic seine Fortsetzung fand - und bis heute hält. "Weil alle wussten, dass ich Fan vom VfB bin, wurde ich eine Zeit lang auf dem Feld auch Balakov gerufen...!" Als der VfB Anfang der Neunziger zum zum vierten Mal Deutscher Meister wurde, bildeten Stefan Schmitt, seine Vereinsfahne und sein Auto einen Ein-Mann-Korso und fuhren hupend durch Baunach...! 

Seit 2015 Kreisehrenamtsbeauftragter

Aber nicht nur als Fußballer, als Schiri oder als Beobachter engagierte sich Stefan Schmitt. "Bei meinem Heimatverein Baunach war ich selbst 19 Jahre - 16 Jahre Hauptkassier und drei Jahre 2. Vorstand - ehrenamtlich aktiv. Der damals neue Bezirksehrenamtsreferent Sigried Tabbert hat mich angesprochen, ob ich mir die Aufgabe als KEAB vorstellen könnte. Und da ich mein Wissen und meine Erfahrungen gerne an andere weitergeben möchte, habe ich zugesagt!", erklärt der Vater eines 13-jährigen Sohnes, wie er Kreisehrenamtsbeauftragter wurde. Seit 2010 bereits ist Stefan Schmitt darüber hinaus Vereinsehrenamtsbeauftragter beim 1. FC Baunach. "Ich fand die Gespräche bei den VEAB-Schulungen mit den anderen Vereinskollegen immer sehr interessant. Man kann hier vieles mitnehmen, bekommt Anregungen und Ideen für den eigenen Verein." Schmitt war also vor der Übernahme des Amtes im Kreis ehrenamtlich quasi "vorbelastet". Und er setzte sich von Anfang an ein klares Ziel: "Ich habe mir auf die Fahne geschrieben, so viele wie möglich meiner 225 Vereine mit E-Mails zu erreichen. Das ist mir bereits zu einem großen Teil gelungen. Viele Vereine bekommen mit, dass es im Ehrenamt weit mehr als nur Ehrungen gibt. Hier kommen regelmäßig Nachfragen zum DFB-Ehrenamtspreis, der DFB-Uhr oder den Rauten."

Kreisehrenamtsbeauftragter Stefan Schmitt (re.) mit Ex-Profi Stefan Reuter, Ehrenamtspreisträger 2015 Günter Hornung vom FC Freienfels und BFV-Präsident Dr. Rainer Koch. 
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"Mehr als Ehrungen vornehmen..."

"Mein vornehmliches Ziel ist es, möglichst viele Vereine mit Vereinsehrenamtsbeauftragten zu gewinnen, damit die Vereine alle Informationen zum Ehrenamt erhalten und in ihren
Vereinen bei Bedarf anwenden können.", so Stefan Schmitt, der seine Kernaufgaben beispielhaft aufzählt:

- Die Gewinnung von neuen und der Erhalt von bestehenden
Vereinsehrenamtsbeauftragten
-Weitergaben von Informationen und Ausschreibungen an die Vereine
- Austausch mit den Bezirksehrenamtsreferenten Siegfried Tabbert und KEAB-Kollegen
- Organisation, Durchführung und Nachbearbeitung von Schulungen
- Durchführung des DFB-Ehrenamtspreises
- Organistion und Durchführung der DFB-Sonderehrung mit Verleihung der DFB-Uhr
- Unterstützung der Vereine bei der Silbernen/Goldenen Raute, das Gütezeichen des DFB/BFV
- Unterstüzung der Vereine bei Ehrungsvorhaben
- Besuch der angebotenen Schulung zur Weiterbildung als Kreisehreamtsbeauftragter
- Kontakt mit den Medien

Noch Nachholbedarf bei manchen Vereinen

Altbundeskanzler Helmut Kohl sagte einst über das Ehrenamt: "Ohne die vielen Frauen und Männer, die in Deutschland ein Ehrenamt ausüben, wäre unser Land um vieles ärmer und unser Gemeinwesen so nicht denkbar!" Das gilt im Großen, im Kleinen aber auch auf einen Fußballverein bezogen. Nur, weil es - bis jetzt und bei den meisten Vereinen - ausreichend Personen gibt, die ihre freie Zeit in den Dienst dieser Gemeinschaft stellen, ist ein geordneter Betrieb überhaupt möglich. Die Vereinsehrenamtsbeauftragten spielen hierbei eine gewichtige Rolle. Die sind aber beileibe nicht überall vorhanden, wie Stefan Schmitt erklärt: "Ich habe im letzten Jahr viele Vereine im Kreis BA/BT/KU in persönlichen Telefonaten auf die Vakanz eines Vereinsehrenamtsbeauftragten angesprochen. Die Vereine wurden auf die Notwendigkeit hingewiesen und erkannten die Wichtigkeit und gaben an, einen VEAB zu installieren. Leider ist es oftmals trotz Nachfragen meinerseits beim guten Willen geblieben. Mir gut bekannte Vereine gehören zu dieser Gruppe. Hier gibt es zum Beispiel Ehrenamtliche, die den Verein über viele Jahre, gefühlt Jahrzehnte, vorstehen, aber nie zu einer Ehrung kommen, da kein VEAB da ist, der das anstrebt und anstößt. Dieser Punkt ist für mich sehr frustrierend!", spricht er eine seiner Baustellen an. Warum die Besetzung des Amtes innerhalb eines Vereins wichtig ist, erklärt der KEAB auch gleich: "Ein Vereinsehrenamtsbeaufragter besucht die angebotenen Schulungen und trägt sein Wissen dann in den Verein, damit kann er die Vereinsführung mit Rat und Tat bei der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern aktiv unterstützen!"

Stefan Schmitt (Mi., Bild aus 09/2014) vom FC Baunach und seine Assistenten Yannik Wolf (li.) von der JFG Rödental und Jana Kießling (li.) vom TSV Dörfles-Esbach im Einsatz. "Ich nehme ein D-Juniorenspiel genauso ernst wie ein Spiel in einer Kreisliga!", erklärt Stefan Schmitt.
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Um jedes einzelne Kind intensiv werben

Grundsätzlich aber überwiegen beim Kreisehrenamtsbeauftragten die positiven Eindrücke, wenngleich er warnt: "Der demografische Wandel wird auch vor uns im fußballerisch dünner besiedelten Nordbayern nicht halt machen. Spielgemeinschaften bei Senioren werden zunehmen und im Nachwuchsbereich werden die Jugendlichen mit vielen Freizeitangeboten überhäuft. Hier sehe ich die Vereine in der Pflicht, um jedes einzelne Kind intensiv zu werben." Allerdings ist der Ist-Zustand bei vielen Vereinen sehr positiv, unabhängig von deren Größe. "Viele Vereine sind personell und organisatorisch sehr gut aufgestellt, es gibt viele ehrenamtlich engagierte Mitarbeiter. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt sind. Wenn einer immer alles macht und von seinem Wissen und Können nichts weitergibt, kann es im Verein irgenwann große Probleme geben. Wenn so eine Gallionsfigur heute wegbricht, wird es sehr schwer werden, geeignete Nachfolger zu finden.", spricht er ein Phänomen an, mit dem zahlreiche Vereine bereits zu kämpfen hatten oder bald zu kämpfen haben werden. "Verantwortung auch mal delegieren und den jungen, engagierten Mitarbeitern im Verein auch mal die Freiheit lassen, eigene Erfahrungen zu sammeln!", rät Stefan Schmitt. "Es ist uns jedenfalls gelungen, zwar nicht alle, aber viele Vereine mit neuen VEAB auszustatten und die stete Zunahme der Teilnehmer bei unseren Schulungen zeigt das Interesse der Vereine und stimmt mich für die Zukunft positiv."

Stolze und freudige Momente

Stolz machte den KEAB des Kreises 1 zuletzt "die Verleihungen des DFB-Ehrenamtspreises in München. Hier werden in einem tollen Rahmen die Verdienste der Kreissieger entsprechend gewürdigt. Besonders gefreut hat es mich, dass 'meine' Sieger der letzten beiden Jahre in den 'Club 100' aufgenommen wurden. Das ist für mich persönlich eine Bestätigung, bei der Auswertung den richtigen Kreissieger ermittelt zu haben. Jede Vereinsehrung, der ich beiwohnen durfte, ist etwas besonderes. Denn in jedem Verein gibt es langjährige, verdiente Mitglieder, die die ihnen angedachten Ehrungen verdient haben. Ein weiterer Höhepunkt ist die Verleihung der DFB-Uhr. Hier hatten wir zuletzt durch die Anwesenheit unseres Landrates Herrn Kalb sowie dem Bürgermeister der Gemeinde Frensdorf einen sehr würdigen Rahmen für die Ehrung geschaffen.", erzählt Stefan Schmitt von den jüngsten Veranstaltungen, die er Kraft seines Amtes begleiten durfte.

Nicht zuletzt deswegen engagiert sich der bodenständige Stefan Schmitt sicher weiterhin für den Amateursport, an vielen Wochentagen, neben Familie und Beruf, vor allem aber an den Wochenenden. Als Kreisehrenamtsbeauftragter und als Schiedsrichter. Nur an einem der kommenden Wochenenden ruht das Amt sicher: Wenn der VfB Stuttgart den Wiederaufstieg in die Bundesliga schaffen sollte... ob es dann wieder einen Ein-Mann-Autokorso durch Baunach geben wird, wird man sehen!